Logbook

Große Reden, große Redner?

2017/08/06 posted by cmeier

Sendereihe des Deutschlandfunks in Zusammenarbeit mit ARTE, arte.tv/grosse-reden.
U.a. mit folgenden Beiträgen:
Obamas Reden: Politik als Storytelling [31:56]
Barack Obama war als Präsident ein herausragender Redner. Seinen Aufstieg ins höchste Amt der USA verdankt er dieser Kunst. Als Redner war er vor allem ein Erzähler. Indem er seine persönliche Geschichte mit der Geschichte Amerikas und der seiner Generation verband, gelang es ihm, gesellschaftliche Strömungen zu einen, die lange unversöhnlich schienen. (George Blaustein)
Der Politolinguist Thomas Niehr im Gespräch mit Michael Köhler [28:11]
Öffentlicher Streit um politische Aussagen - das ist Tagesgeschäft der Parteien, der Medien, und der Wähler. Thomas Niehr lehrt die Kunst der Analyse des politischen Wortes. Sprache in der Politik und das Sprechen über die Sprache der Politik sind die Gegenstände der vergleichsweise jungen Wissenschaft der Politolinguistik.
Kritische Kunst aus Propagandaplatten [28:13]
In manchen Reden verdichten sich Schlüsselmomente der Zeitgeschichte. Aber welche Bedeutung hat die Redekunst in einer Zeit, in der Politik von immer schneller zirkulierenden Bildern vermittelt wird? Und welche Wirkung kann das gesprochene Wort noch positiv wie negativ entfalten, wenn die Bilder fehlen? (Dani Gal und Achim Lengerer im Gespräch mit Frank Kaspar)

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Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet - und daraus Politik macht

2017/08/06 posted by cmeier

Sprache bestimmt unser Denken und Handeln – viel mehr, als uns das bewusst ist. Mit dem Spracherwerb formen sich im Gehirn kognitive Deutungsrahmen, so genannte Frames – umso mehr und umso nachhaltiger, je häufiger sie durch Sprache aktiviert werden. Welche Konsequenzen hat dies für den politischen Diskurs, für das Denken und Handeln in der Politik? Elisabeth Wehling zeigt anhand zahlreicher Erkenntnisse der modernen Neuro- und Kognitionsforschung, wie über Sprache und die jeweils adressierten Frames Assoziationen geweckt, Meinungen gelenkt und Handlungen bestimmt werden können: So müssen beispielsweise im geläufigen Jargon Steuern aufgebracht, nicht etwa beigetragen werden, und ihre Lasten drücken uns, statt dass wir sie als Grundlage staatlichen Gemeinwohlhandelns begreifen. Ein bewussterer und klügerer Umgang mit der Sprache, so Elisabeth Wehling, sei eine der Grundvoraussetzungen für konstruktive Auseinandersetzungen in den zahlreichen politischen Debatten unserer Zeit. (Autorin: Elisabeth Wehling, Seiten: 224, Erscheinungsdatum: 05.07.2017, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10064)

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Gespräch mit Joscha Bach zu künstlicher Intelligenz [2:56:27]

2017/08/06 posted by cmeier

Dr. Joscha Bach (MIT Media Lab and the Harvard Program for Evolutionary Dynamics) is an AI researcher who works and writes about cognitive architectures, mental representation, emotion, social modeling, and multi-agent systems. He is founder of the MicroPsi project, in which virtual agents are constructed and used in a computer model to discover and describe the interactions of emotion, motivation, and cognition of situated agents. Bach’s mission to build a model of the mind is the bedrock research in the creation of Strong AI, i.e. cognition on par with that of a human being. He is especially interested in the philosophy of AI and in the augmentation of the human mind.

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DLF Nova Hörsaal: Resonanz - eine Soziologie des guten Lebens [56:12]

2017/08/06 posted by cmeier

"Es gibt wabernde Ideen eines charismatischen, mimetischen, erotischen, auratischen Weltverhältnisses. Das, was diese Alternativideen auf den Punkt bringt, so behaupte ich, das ist die Idee der Resonanz!" (Hartmut Rosa, 2017)

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Max Frisch: Unsere Gier nach Geschichten

2017/06/10 posted by cmeier

»Man kann die Wahrheit nicht erzählen. Die Wahrheit ist keine Geschichte, sie hat nicht Anfang und Ende, sie ist einfach da oder nicht. Sie ist ein Riss durch die Welt unseres Wahns: eine Erfahrung, aber keine Geschichte. Alle Geschichten sind erfunden, Spiele der Einbildung, Entwürfe der Erfahrung, Bilder, wahr nur als Bilder. Jeder Mensch, nicht nur der Dichter, erfindet seine Geschichten – nur daß er sie, im Gegensatz zum Dichter, für sein Leben hält – anders bekommen wir unsere Erlebnismuster, unsere Ich-Erfahrung nicht zu Gesicht. Was wir haben: Ein Muster unserer Erfahrungen. Erfahrung ist ein Einfall. Sie ist nicht das Ergebnis einer Geschichte. Es ist umgekehrt, glaube ich. Die Geschichten sind das Ergebnis unserer Erfahrung. Die Geschichte, die unsere Erfahrung auszudrücken vermag, braucht nie geschehen zu sein, aber damit man unsere Erfahrung versteht und glaubt und damit wir uns selber glauben, sagen wir: So ist es gewesen! Eine Erfahrung, die sich nicht abbildet, ist kaum zu ertragen. Deswegen erfindet jeder Mensch sich eine Geschichte, die er dann, oft unter gewaltigen Opfern, für sein Leben hält. Nur der Schriftsteller glaubt nicht daran. Indem ich weiß, dass jede Geschichte, wie sehr ich sie auch belegen kann mit Fakten und Daten und Namen und Orten, meine Fiktion ist, bin ich Schriftsteller.« Max Frisch (1911-1991): Unsere Gier nach Geschichten In: Gesammelte Werke in zeitlicher Folge. Vierter Band. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, S. 262f.

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Das deutsche Schulsystem im Wandel der Zeit und aktuelle Herausforderungen

2017/06/09 posted by cmeier

»[...] Wir sind mitten in einer Transformation, nur sind wir halt mitten im Wald. Und wenn man mitten im Wald ist, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. [...] Wir leben alle in einer Übergangsgesellschaft. Es gibt zwei Positionen. Entweder erdulden wir sie, weil wir nichts machen können, da es keine andere Gesellschaft gibt als diese, in der wir momentan leben. Man kann zwar ein Mittelalterspiel spielen, aber in Wirklichkeit lebt man trotzdem im 21. Jahrhundert. Also die einen, die sie erdulden müssen, weil sie halt stattfindet, ob sie wollen oder nicht und die anderen, die versuchen teilzuhaben, indem sie mitmachen, und zwar so, dass sie in die Richtung geht, die sie haben wollen. [...]« (Lisa Rosa im Gespräch mit Tim Pritlove)

Stifterverband/Metaebene Podcast "Forschergeist" (CC-BY 4.0):
FG043 Schule und Lernen in der digitalen Welt [2:18:54] vom 15.04.2017

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Philosophie des Geistes: Das Leib-Seele-Problem

2017/06/02 posted by cmeier

Beiträge von Konrad Lehmann: Denken mit Leib und Seele (27.5.2017) und Stephan Schleim: Körper ist Geist. Abschied vom Leib-Seele-Problem. Eine Replik auf Konrad Lehmann (31.5.2017) auf TELEPOLIS.
Desweiteren Hartmut Böhme: Zur Theologie der Telepräsenz In: Hager, Frithjof (Hg.): KörperDenken. Aufgaben der historischen Anthropologie; Berlin 1996, S. 237-249 (pdf)

Stephan Schleim (*1980) schrieb 2005 beim Bewusstseinsphilosophen Thomas Metzinger (*1958) seine Magisterarbeit zum Leib-Seele-Problem. Danach wechselte er in die bildgebende Hirnforschung für ein Promotionsprojekt über moralische Entscheidungen. Heute lehrt und forscht er als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologe an der Universität Groningen. Konrad Lehmann forscht und lehrt als Neurobiologe an der Friedrich Schiller-Universität Jena. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Fähigkeit der Hirnrinde, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Hartmut Böhme (*1944), ehemals Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und Mentalitätsgeschichte des Instituts für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist ein deutscher Kultur- und Literaturwissenschaftler. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a.: Kulturgeschichte seit der Antike, historische Anthropologie und Psychohistorie sowie Natur- und Technikgeschichte in den Überschneidungsfeldern von Philosophie, Kunst und Literatur.

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Resonator-Podcast: Quantentheorie

2017/05/27 posted by cmeier

Holger Klein/Helmholtz-Gemeinschaft (CC-BY 4.0):
"RES109 Mal kurz zu Quanten" [12:31] vom 26.05.2017
"RES110 Quantenphysik" [2:06:56] vom 09.06.2017

Werner Heisenberg (1901-1976) formulierte das Problem mit der Quantentheorie im Gespräch mit Niels Bohr (1885-1962) einmal so: «Die Quantentheorie ist so ein wunderbares Beispiel dafür, dass man einen Sachverhalt in völliger Klarheit verstanden haben kann und gleichzeitig doch weiß, dass man nur in Bildern und Gleichnissen von ihm reden kann. Sie passen nicht genau auf die wirkliche Welt, auch stehen sie zum Teil in einem komplementären Verhältnis zueinander und widersprechen sich deshalb. Trotzdem kann man, da man bei der Beschreibung der Phänomene im Raum der natürlichen Sprache bleiben muss, sich nur mit diesen Bildern dem wahren Sachverhalt nähern.»
Der amerikanische Quantenphysiker James Jeans (1877-1946) ging so weit zu sagen, es sei wahrscheinlich ebenso bedeutungslos darüber zu diskutieren, wie viel Raum ein Elektron einnehme, wie darüber zu diskutieren, wie viel Raum eine Furcht, eine Angst oder eine Unsicherheit einnehmen.
Der österreichische Quantenphysiker Anton Zeilinger (*1945) geht davon aus, dass nicht Materie, sondern Information der Urstoff des Universums ist. Denn was wir Quanten oder Elementarteilchen nennen und all die physischen Eigenschaften, die wir der Realität zuschreiben, sind lediglich begrenzte Antworten, die wir von der Natur auf unsere begrenzten Fragen erhalten haben. Es sind also letztlich die Fragen und nicht die Antworten, die unser Weltbild bestimmen. Wofür wir keine Fragen haben, wird uns für immer verborgen bleiben.

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Niedergang der Demokratie: Warum Populismus nicht die Ursache ist

2017/03/04 posted by cmeier

Ein Essay von Johannes Thumfart auf SPIEGEL ONLINE vom 4.3.2017: »Den Erfolg von Trump und Co. auf Populismus zu reduzieren, ist zu kurz gedacht — der ist nur Symptom einer globalen Krise. Die Ursache für den autoritären Aufschwung liegt in den liberalen Demokratien selbst. [...] Die Stabilität der nicht notwendigerweise harmonischen Beziehung zwischen Demokratie und Kapitalismus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch großzügige, größtenteils kreditfinanzierte Geschenke an die Mittelschicht erkauft. Es ist unwahrscheinlich, dass die arg in Anspruch genommenen Kredit- und Sozialsysteme solche Geschenke in Zukunft ermöglichen. Die Frage, wie ernst es die Demokratie mit ihrem Versprechen von Freiheit, Gleichheit und effizienter Konsensfindung auch in der Lebenswirklichkeit meint, ist angesichts weiter steigender Ungleichheit und immer komplexerer politischer Herausforderungen keine triviale mehr.«

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Herausforderung Demokratie: Öffentliche Veranstaltungsreihe Februar bis Juni 2017 an der Uni Zürich

2017/01/31 posted by cmeier

»Demokratie ist keine perfekte Regierungsform, dennoch gibt es bis heute keine Staatsform, die das Zusammenleben der Menschen besser regelt. Im 20. Jahrhundert war die Demokratie noch die erfolgreichste politische Idee, heute steht sie zunehmend unter Druck: Globalisierung, Populismus und Veränderungen im Mediensystem fordern sie heraus. Diese Entwicklung wurde 12 Jahre lang im NCCR Democracy erforscht. An der öffentlichen Veranstaltungsreihe wird über die aktuellen Herausforderungen für die Demokratie diskutiert.«

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Das Kapital: Entfremdung im Kapitalismus [28:35]

2016/12/24 posted by cmeier

»Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon längst nicht mehr nur von stehengebliebenen Sozialisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert. Grund genug, ›Das Kapital‹ von Karl Marx noch einmal gründlich zu lesen.« (Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 27.11.2016)

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"Wir hier unten, die da oben" [48:42]

2016/10/28 posted by cmeier

Mit Charme, Charisma und unerbittlicher Determination versuchen politische Populisten Frust und Wut in der Bevölkerung zu kanalisieren und in Hass und Verachtung zu verwandeln. Wie machen sie das? Mit welchen Mitteln und Tricks arbeiten die großen Volksverführer der Gegenwart? Wo fängt Populismus an? Wann wird er zum Faschismus? Wir müssen das Erzählmuster der Rechten durchschauen, sagt der Politikwissenschaftler Claus Leggewie (*1950 in Wanne-Eickel), Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. Dieses Muster basiert auf einem Gegensatz, einem Graben, der immer wieder beschworen wird: der Kluft zwischen dem Volk da unten und denen da oben, den Eliten. Im Stich gelassen haben "die da oben" das Volk, und das auch noch in Krisenzeiten wie jetzt, sagen die Rechten – auf diesem Grundmuster basiert das populistische Denken.

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Wer spricht für das Volk?

2016/09/17 posted by cmeier

Die Sehnsucht nach Gemeinschaft ist ein Dauerbrenner der deutschen Geschichte. Sie stellt Parteien vor ein unlösbares Problem und befördert den Populismus – Beiträge von Frank Bösch u.a. in der ZEIT N° 39 / 2016. Frank Bösch promovierte über die CDU in der Adenauer-Zeit und ist Professor für Deutsche und Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam sowie einer von zwei Direktoren des Zentrums für Zeithistorische Forschung. Die Ausgabe ZEIT GESCHICHTE 3/2016 erzählt die Geschichte der Demokratie in Deutschland – von 1789 bis heute: "Die Deutschen und die Demokratie – nein, es war keine Liebe auf den allerersten Blick. Bevor der Flirt mit der Freiheit zur festen Beziehung wurde, verstrich mehr als ein Jahrhundert voller hochfliegender Hoffnungen und bitterer Enttäuschungen. Die Vorkämpfer unserer Demokratie lernten zur Genüge, wie Niederlagen schmecken. Später erwuchs daraus das Bild eines einzigen Fehlversuchs. Die Geschichte wurde von ihrem katastrophalen Ende her geschrieben – als Chronik des Scheiterns, bis in dieser Lesart nach 1945 die Siegermächte das antidemokratische Virus entfernten und ein neues Betriebssystem installierten. Unsere Demokratie verändert sich, und ihre Zukunft ist nicht gewiss. Die schwärmerische Vorstellung, wir seien Teil einer unaufhaltsamen Fortschrittsgeschichte, die früher oder später auch den Rest der Welt beglückt, ist so faszinierend wie falsch. Die Demokratie ist den Deutschen nicht in den Schoß gefallen, und sie wird auch künftig kein Selbstläufer sein."

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Polemik zum Werk des Byung-Chul Han

2016/09/14 posted by cmeier

Magnus Klaue (14.9.2016, zeit.de): »Han schreibt über alles, was der Feuilleton-Leser für wichtig hält: Buddhismus und Globalisierung, Aufmerksamkeit und Pornografie, Burn-out und Entschleunigung, Schwarmintelligenz und Flüchtlingskrise. Ein fernöstlicher Zivilisationskritiker mit Standbein im germanischen Kernland: Studium der Metallurgie in Seoul, dann Studium der Philosophie, deutschen Literatur und katholischen Theologie in Freiburg im Breisgau; Start-up-Mutation vom bergwerkskundigen Existenzschürfer zum transdisziplinären Medienphilosophen; ostentativ zurückgezogen lebend, aber haltlos publizierend.« — der Beitrag von Klaue liest sich als Kritik an der Form der Darbietung – inhaltlich kann er nicht wirklich einen Gegenposition entwickeln, sondern liefert seinerseits "steile" Thesen ab...

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Was das Volk von der Nation unterscheidet

2016/09/13 posted by cmeier

»Die Nation war an ihrem Beginn in der Französischen Revolution ein politisch fortschrittlicher, egalitärer Begriff, das Versprechen auf Gemeinschaft jenseits der Klassenschranken. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit waren die Ideale, die sie vereinen sollten. Die Nation, das war 1789 die Gesellschaft derer, die sich unter dem Gesetz der Menschenrechte eine Verfassung in einem einzelnen Land gaben. Nation war also der übergreifende Gegenbegriff zur feudalen Ordnung der Stände, der Privilegien, der hierarchisch gestuften Gesellschaft. Als Bürger sollten die Franzosen fortan alle gleichermaßen Kinder des Vaterlands sein – die große Gemeinschaft orientierte sich immer noch an der patriarchalischen Familie, den Vorvätern und Brüdern, Toten und Lebendigen. Ein schöner Gedanke, der mit einer (vorerst männlich dominierten) Demokratie umstandslos harmonierte. Selbstregierung Freier und Gleicher in einem gegenwärtigen Kommunikationsraum mit vielen erhabenen oder auch schmerzhaften Erinnerungen – das bleibt bis heute ein schönes, flexibles und auf lange Sicht auch wirklichkeitsnahes, weil zwangloses politisches Ideal. [...] Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit aber können an den Grenzen einer Nation auf Dauer prinzipiell nicht haltmachen, auch das stand den Gründern dieser politischen Form von Anfang an vor Augen. [...] "Völkisch" nämlich ist – Rasse hin, Volk her – nur die kleine aggressive Schwester des Nationalen, dessen ewige schlechtere Möglichkeit. Denn der Missbrauch des Nationalen lief immer darauf hinaus, dass der Begriff der Nation zu völkisch verstanden wurde.« (Beitrag von Gustav Seibt auf sz.de, 13.9.2016)

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Soziopod #046: Luhmann [2:10:09]

2016/08/20 posted by cmeier

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Die Magie der starken Führer

2016/08/11 posted by cmeier

Eine Analyse von Stefan Ulrich in der SZ vom 6.8.2016: »Die Republik ist in tödlicher Gefahr. Putschisten wollen die Macht ergreifen, um die verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen. In dieser Lage wird ein entschlossener Mann gebraucht, der unter den Verschwörern aufräumt und die Republik rettet. Dafür wird ihm zugestanden, vorübergehend als Diktator zu regieren. Die Rede ist hier noch nicht von der Republik Türkei und Recep Tayyip Erdoğan, sondern von der Römischen Republik und Lucius Quinctius Cincinnatus. [...] Am Anfang einer Diktatur kann dabei durchaus eine demokratische Wahl stehen. Dann wird ein innerer Feind ausgemacht und das Volk gegen ihn mobilisiert. Staat, Medien, Militär und Wirtschaft werden nach und nach mit Gefolgsleuten des starken Mannes besetzt. Tun sich Schwierigkeiten auf, etwa weil das dem Volk versprochene Paradies ausbleibt, oder verliert die Bewegung an Schwung, muss als Nächstes ein äußerer Feind her. [...] Die Mobilmachung eines Krieges hilft Autokraten, weiter an der Macht zu bleiben – bis zum Ende in der Katastrophe. Zugegeben, auch Demokratien führen manchmal verbrecherische Angriffskriege [...] Nur: Demokratien fällt es leichter, Fehler einzusehen und verhängnisvolle Anführer wieder loszuwerden.«

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»Wir müssen als Bürger alle gleich sein, vor allem vor dem Recht.« [29:02]

2016/08/11 posted by cmeier

Ulrike Guérot lässt die Europäischen Republik am 8. Mai 2045 entstehen – ein schlüssiges historisches Datum für Europa. Eine derartige Utopie muss also nicht unmittelbar verwirklicht werden, sie gibt aber die Richtung vor – den Horizont, den Silberstreifen, damit wir uns aufmachen auf den Weg. Das gewählte Datum liegt ungefähr so weit in der Zukunft, wie der Vertrag von Maastricht zurückliegt. Eine Generation stellt eine Zeitspanne dar, die ausreichend Handlungsmöglichkeiten bietet und trotzdem noch in seinen Auswirkungen (auch unerwarteten Ereignissen) ermessen werden kann. Die Verwirklichung eines politischen Gleichheitsgrundsatz für alle Bürger Europas ist im Grunde eine Forderung wie in der Französischen Revolution. Damals hieß die Forderung Gleichheit jenseits von Klassen – heute müsste sie lauten: Politische bürgerliche Gleichheit jenseits von Nationen. Ulrike Guérot erinnert daran, dass Souveränität ein individuelles Konzept ist: der Bürger ist souverän – nicht ein Volk, und schon gar nicht ein Staat. Das heißt, im Grunde ist ihre Utopie von der Europäischen Republik ein Angebot, erst mal zu verstehen und dann zu formulieren, dass wir als souveräne Bürger auch eine politische Einheit schaffen können. Die Bürger verleihen ihre Souveränität gegenwärtig einem Staat. Sie können sie sich aber auch zurückholen und in ein neues, europäisches, politisches Projekt gießen – zumindest theoretisch. Menschen haben seit der Antike Republiken gegründet, wenn sie politische Emanzipationsprojekte verfolgten und sich demokratisieren wollten. Die Republik (lat. res publica, wörtlich: "öffentliche Sache") steht historisch für die Organisation und die Verwaltung des Gemeinwohls. Dies ist ein fundamental anderes gedankliches Konzept als bspw. ein Binnenmarkt.

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Rauschhafte Nervosität

2016/07/23 posted by cmeier

Unter dem Titel »Unwirklich« (vom 22.7.2016) beschreibt Carolin Emcke in ihrer SZ-Kolumne die Szenerie im Dokumentarfilm »Schlagworte – Schlagbilder. Ein Gespräch mit Vilém Flusser« (1986) von Harun Farocki folgendermaßen: »[... Beide] sitzen im Café an einem kleinen, runden Holztisch. Hinter sich ein Fenster zur Straße, vor sich nur ein weißer Aschenbecher und die ausgebreitete Ausgabe der Bild-Zeitung vom 26. November 1985. Das ist auch schon das ganze Programm: Die beiden denken und sprechen zusammen, sie betrachten und analysieren die Zeitung vor sich auf dem Tisch. Jede Zeile, jede Überschrift, jede grafische Setzung, jedes Foto, jede Bildunterschrift wird ruhig und präzise auf seine Absicht und seine Wirkung untersucht. Dabei gestikuliert der eine mit der Pfeife, der andere raucht eine Zigarette. Mehr Handlung gibt es nicht. Allein der unaufgeregte Ton dieses Gesprächs, die Konzentration auf einen einzigen Gegenstand, der gegenseitige Respekt und die Fähigkeit, sich tatsächlich zuzuhören, sind aus heutiger Sicht schon eine Sensation. [...] Je länger dieses Gespräch zwischen Filmemacher und Philosoph andauert, desto unheimlicher wird es, den beiden zuzuschauen. Denn nach einer Weile klingt die Analyse des Mediums Bild-Zeitung aus dem Jahr 1985 erstaunlich zutreffend nach einer Analyse der Wirklichkeit im Jahr 2016. Was damals noch lediglich als Ausdruck eines hemmungslosen Boulevards vorstellbar war, ist inzwischen längst politische Realität [...] — das historische Geschehen in den vergangenen Tagen und Wochen überfordert in seiner rauschhaften Nervosität noch den nüchternsten Nachrichten-Junkie. [...]«. Der Medientheoretiker Siegfried Zielinski, u.a. Leiter des Vilém-Flusser-Archivs an der UdK Berlin, gibt weitere interessante Anmerkungen zu den Hintergründen des Films [29:00].

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Wie kann Demokratie mit Populismus umgehen? [54:04]

2016/06/18 posted by cmeier

Interview und Diskussion vom 17.6.2016 auf WDR5 mit Jan-Werner Müller (Professor of Politics at Princeton University), welcher sagt: »Der Populismus ist der Schatten der repräsentativen Demokratie.« — siehe hierzu "Was ist Populismus?" Suhrkamp Verlag, 2016 und Schriftenreihe (Bd. 1752) der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. In einem Gastbeitrag in der FAZ vom 6.5.2016 beschreibt Müller, woran man Populisten erkennen kann und erklärt kurz und bündig auf DLF den Unterschied zwischen einem berechtigten Vorwurf, ein Populist zu sein – und der Nutzung als Kampfbegriff zur Vermeidung notwendiger Diskussion [4:35]. Außerdem findet sich ein vom 11.6.2016 archiviertes Diskussionsforum auf sz.de zum Thema.

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»Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie«

2016/06/12 posted by cmeier

Die Europäische Union durchlebt derzeit gleich mehrere existentielle Krisen: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit erscheinen in einigen Mitgliedstaaten nicht gesichert, das Wohlfahrtsversprechen der Union klingt vielen Menschen hohl, die Staats- und Regierungschefs untergraben im Europäischen Rat die Gemeinschaftsorgane, die Idee gemeinsamer europäischer Politik weicht der Vorstellung bilateralen Kräftemessens. Weitere Beiträge von Ulrike Guérot hierzu u.a.: »Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik« (mit Robert Menasse vom 23.3.2013) »Eine neue Leitidee – die europäische Republik« (mit Armin von Bogdandy in der FAZ vom 19.9.2013) Interview auf Deutschlandradio Kultur [3:57] (vom 12.4.2016) Interview in der SZ (vom 21.6.2016) Vortag am Europa Institut der Universität Zürich (vom 1.11.2016) Vortrag »Europa als Republik? Mehr als eine Utopie« [49:22] (DRadio Wissen Hörsaal vom 17.12.2016)

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»Die neuen Dschihadisten. IS, Europa und die nächste Welle des Terrorismus«

2016/05/25 posted by cmeier

Die Wurzel des neuen Terrorismus ist die Krise in Syrien und dem Irak. Dort hat der Islamische Staat eine totalitäre Utopie verwirklicht und sich damit eine Trainings- und Operationsbasis geschaffen. Aus Europa sind Tausende in den Konflikt gezogen. Dazu kommen "einsame Wölfe" und die Überbleibsel von al-Qaida. Sie drohen mit weiteren Anschlägen und kämpfen mit allen Mitteln gegen das europäische Gesellschaftsmodell – das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionen. Peter Neumann (*1974 in Würzburg) vom International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR), Department of War Studies, King’s College London ordnete die Bewegung in seinem Vortrag am 25.5.2016 in Dresden ein und zeigte, was diese Entwicklung für Deutschland und Europa bedeutet und wie der Bedrohung begegnet werden kann. Er geht dabei von einer "Fünften Welle" aus – basierend The Four Waves of Terrorism, by David C Rapoport (2004). Anhand des Beitrags The Rise of Muslim Foreign Fighters, by Thomas Hegghammer (2010) sowie eigener empirischer Forschung durch Analyse sozialer Netzwerke, Interviews und Feldbeobachtung beschreibt er detailliert die Entwicklungen der letzten Jahren.

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Tocqueville-Paradoxon

2016/05/25 posted by cmeier

Als Tocqueville-Paradoxon bezeichnet man in der Soziologie bzw. der Sozialpsychologie das Phänomen, dass sich mit dem Abbau sozialer Ungerechtigkeiten gleichzeitig die Sensibilität gegenüber verbleibenden Ungleichheiten erhöht. Revolutionen brechen nicht dann aus, wenn die Repression am schärfsten ist, sondern wenn das Regime sich bereits gemildert hat und zu Reformen bereit ist – die Unzufriedenheit sich also risikoloser äußern kann, so im Falle des von Alexis de Tocqueville (1805-1859) analysierten Ancien Régime unter Ludwig XVI.

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»Global-soziale Marktwirtschaft und die Flüchtlingskrise« [55:27]

2016/05/24 posted by cmeier

Flüchtlingsbewegungen und Weltwirtschaft sind große Themen. Wie hängen beide zusammen? Welche Wirtschaftsstrukturen sorgen dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen wollen? Und wie könnte eine bessere globale Wirtschaftsordnung aussehen? Die armen Länder im globalen Süden würden gerne so leben wie wir im globalen Norden – so lautet die zentrale These des Wirtschaftswissenschaftlers Carl Christian von Weizsäcker (*1938 in Berlin) in seinem Vortrag vom 11.3.2016 am Wissenschaftszentrum Berlin.

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»Wie wirklich ist die Wirklichkeit?« [21:09]

2016/05/16 posted by cmeier

Über Paul Watzlawick (1921-2007) auf radioWissen.de (2016)

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Demokratie ist leider kompliziert – Wie Politik funktioniert

2016/05/12 posted by cmeier

In der Politik ist vieles in Wirklichkeit ganz anders, als es in den Medien und in der Politik selbst dargestellt wird. Schulbücher, Medien und vor allem die Parteien und ihre Prominenz neigen dazu, ein idealisiertes Bild von der Demokratie zu zeichnen. Da geht es angeblich um das Gemeinwohl. Da geht es angeblich um den Wählerwillen – um das, was das Volk will. Da werden hehre Prinzipien verkündet und angeblich verwirklicht. Übersteigerte, idealisierte Erwartungen an die Politik sind das Gefährlichste, was einer Demokratie passieren kann. Denn sie führen unweigerlich zur Enttäuschung. Solche übersteigerten und dann enttäuschten Erwartungen sind die häufigste Ursache für eine Abwendung und Verachtung für die tatsächlich praktizierte Demokratie. Manche führt solche Enttäuschung zu autoritären oder sogar diktatorischen Varianten der Politik. Denn diese treten meist mit dem Versprechen auf, die häufigste idealisierte Erwartung an Demokratie erfüllen zu können, nämlich das "Gemeinwohl" schnell und ohne Streit durch klare und eindeutige radikale Lösung aller Probleme durchzusetzen, wenn sie erst mal die ganze Macht haben. Einen Einstieg in das Thema gibt Wolf Wagner mit dem Taschenbuch "Wie Politik funktioniert" veröffentlicht von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. »Demokratie ist eine Veranstaltung, in der jeder in jedem Augenblick mitverfolgen kann, wie unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Weltanschauungen miteinander ringen – mal setzt der eine etwas durch, mal der andere. Momentan herrscht allerdings ein Zeitgeist, der die eigene Perspektive und das eigene unmittelbare Interesse absolut setzt – und wehe, die Politik kann nicht sofort liefern, was bestellt worden ist...« (Detlef Esslinger im Leitartikel der SZ vom 11.5.2016)

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Europa: Alte und neue Grenzen

2016/05/09 posted by cmeier

Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 9.5.2016 von Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2007 bis 2014 leitete er ein Forschungsprojekt zum Wandel staatlicher Grenzregime in der OECD-Welt.

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Philosophie und Technik

2016/03/03 posted by cmeier

Klaus Mainzers Auffassung von Philosophie ist das ursprüngliche Verständnis für Philosophie, wie es seit Aristoteles über Newton und Smith bis hin zu Max Weber geübt wird. Das heißt: Philosophie ist eingebettet in die Wissenschaft und beschäftigt sich mit deren Grundlagen und den Prinzipien dieses Wissens. Wenn ein Physiker, Ökonom oder Sozialwissenschaftler beginnt, zu den Grundlagen seines Fachgebiets herunterzusteigen, dann wird er automatisch zum Philosophen.

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Islam(ismus) — Begriffe, Strömungen, Unterschiede

2016/02/28 posted by cmeier

"Islamismus" ist ein sozialwissenschaftliches Konzept, das seit den 1970er Jahren zur Charakterisierung von verschiedenen Ideologien und Bewegungen verwendet wird, die sich in einer spezifischen Weise auf den Islam berufen. Zur Frage der Abgrenzung des Begriffs "Islamismus" von anderen Begriffen wie "islamischer Fundamentalismus", "islamistischer Terrorismus" und "politischer Islam" existieren sehr unterschiedliche Auffassungen. Der Orientalist und Historiker Maxime Rodinson (1915-2004) sprach sich vehement gegen die Einführung des Begriffs "Islamismus" zur Beschreibung und Einordnung von Phänomenen des politisch-fundamentalistischen und extremistischen Islam aus – er gab zu bedenken, dass die Verwendung dieses Begriffs es den Rezipienten fortan erschweren könne, zwischen Extremisten und einfachen Gläubigen zu unterscheiden. Tatsächlich wurde in Frankreich und Deutschland noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts der Begriff "Islamismus" ohne Bezug zu Fundamentalismus und Extremismus synonym mit Islam verwendet. Ähnliche Schwierigkeiten treten bei der Abgrenzung der Begriffe "Dschihad" (als Anstrengung und Bemühung im Glauben des Islam) und "Dschihadismus" (als militante extremistische Strömung des Islamismus) auf.

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»Adam Smiths Reise nach Frankreich«

2016/02/07 posted by cmeier

Das Hauptwerk »Der Wohlstand der Nationen« bzw. »An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations« (1776) von Adam Smith (1723-1790) gilt als eine der ersten allgemein akzeptierten Systematiken der Wirtschaftswissenschaften, durch welche diese zu einer selbstständigen Disziplin mit eigenem Forschungsobjekt und eigener Forschungsmethode wurde. Die britische Volkswirtschaftslehre des 18. und 19. Jh. wird als Klassische Nationalökonomie bezeichnet und nimmt im Gegensatz zur Ökonomie des Merkantilismus eine liberale Position ein. Merkantilismus ist ein nachträglich geprägter Begriff für ein stark durch staatliche Eingriffe geprägtes Wirtschaftsmodell zur Zeit des Absolutismus und war die vorherrschende Lehrmeinung der Frühmoderne in Europa (vom 16. bis zum 18. Jh.). Im Zentrum stand die Förderung der Wirtschaft im Lande und des Exports bei gleichzeitiger Eindämmung von Einfuhren. Die Lehre der Klassischen Nationalökonomie geht demgegenüber von natürlichen Gesetzen der Produktion und der Verteilung aus, d.h. eine von staatlicher Kontrolle und Weisung möglichst freien Wirtschaftsweise. Danach fällt dem Staat lediglich die Aufgabe zu, Ordnungs- und Schutzfunktionen auszuüben und die Möglichkeiten des Einzelnen übersteigende Aufgaben wahrzunehmen. Adam Smith gilt als einer der ersten Theoretiker des Kapitalismus und wird von Anhängern als der Vater der Ideen des Freien Marktes gepriesen und von Gegnern eben dafür verdammt. Von ihm, so die weit verbreitete Meinung, stamme der Gedanke der Laissez-faire-Ökonomie – einer Ökonomie, die am besten funktioniere, wenn die Märkte sich selbst überlassen bleiben: Die geheimen Kräfte des Marktes wirkten wie eine "unsichtbare Hand", und wenn jeder seine Einzelinteressen verfolge, würde das dem Allgemeinwohl mehr nützen als ein eingreifender Staat. Der Staat, so glaubte man Smith verstehen zu müssen, habe in der Wirtschaft nichts verloren – ein Störfaktor sei er oder gar ein Feind der Wirtschaftskräfte. Aber wie kann diese Interpretation mit der von Smith in seiner »Theorie der ethischen Gefühle« (1759) geäußerten Ansicht in Übereinstimmung gebracht werden, dass Handeln nach den höchsten Maßstäben nicht an der Selbstsucht, sondern an den Tugenden orientiert ist, unter denen die Gerechtigkeit die wichtigste ist. Und zur Gerechtigkeit gehört vor allem, seinen Egoismus dem Wohl des Ganzen unterzuordnen. Hat Smith seine Ansichten im Laufe seines Lebens radikal verändert? Oder hatte Adam Smith zwei Seelen in seiner Brust? Um dieses Rätsel zu lösen, muss man sich ein wenig von dem verbreiteten Bild eines "Marktheiligen" verabschieden und sich auf sein Denken und seine Zeit einlassen: Wer war dieser Adam Smith, der in den Diensten des Hochadels stand und doch als Vertreter einer bürgerlichen Ökonomie gilt? Wer war dieser Philosoph, von dem es heißt, er habe die Parole ausgegeben, dass es für alle am besten sei, wenn jeder seinen Egoismus verfolge – und der zugleich einer der Lieblingsautoren von Immanuel Kant (1724-1804) war, der ihn als Inspirator seiner Maxime rezipierte, dass man den Mitmenschen nichts antun solle, was man selbst nicht angetan bekommen will? Weniger als drei Jahrzehnte vor der Revolution reiste Adam Smith 1764 von Glasgow nach Frankreich. Der bekannte Professor der Moralphilosophie begleitete einen jungen schottischen Adeligen bei dessen dreijährigen Bildungsreise auf dem europäischen Kontinent. Sie besuchten Voltaire (1694-1778) in Genf; in Toulouse und in Paris begegnete Adam Smith Politikern, Wissenschaftlern und den Vertretern der französischen Aufklärung – Treffen, welche auch durch seinen Freund David Hume (1711-1776) angebahnt wurden. Reinhard Blomert macht anschaulich erzählend sichtbar, dass das legendäre Hauptwerk eben dieser Reise zu verdanken ist.

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Unbegrenzte Kommunikation?

2016/02/04 posted by cmeier

Vortrag von Peter Schaar (2015)

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»Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft?«

2016/02/04 posted by cmeier

Es ist ein Irrtum, glauben zu wollen, es habe immer Geschichte gegeben, weil immer etwas geschehen ist; glauben zu wollen, die Schrift habe nur festgehalten, was geschehen ist; und die historische Zeit als jene Geschichtsperiode anzusehen, während welcher die Leute die Geschehnisse schriftlich festgehalten haben. Das ist ein Irrtum, denn vor der Erfindung der Schrift ist nichts geschehen, alles hat sich nur ereignet. Damit irgend etwas geschehen kann, muss es als Geschehnis (als Prozess) von irgendeinem Bewusstsein als Geschehnis wahrgenommen und begriffen werden. Das Schreiben ist eine Geste des historischen Bewusstseins.

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Vilém Flusser

2016/02/04 posted by cmeier

Vilém Flusser (1920–1991) war ein Kommunikationswissenschaftler und Medienphilosoph. Seiner Meinung nach befindet sich die heutige Gesellschaft auf dem Weg in eine nachalphabetische Phase, bei der die Texte ihre Funktion verlieren. Diesen gegenwärtigen "Umbruch der Codes" charakterisiert Flusser als eine Situation der Krise – wobei er aber nicht nur die Probleme, sondern ebenso die Produktivität eines solchen Umbruchs erkennt. Flusser sagt voraus, dass das Alphabet als dominierender Code abgelöst werden wird. Dadurch würde sich auch die Auffassung von Raum und Zeit ändern, denn der lineare Zeitverlauf und der geometrische Raum sind nur für die Menschen eine Selbstverständlichkeit, die mit Texten aufgewachsen und von Texten geprägt sind.

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Klaus Mainzer

2016/01/29 posted by cmeier

Klaus Mainzer (*1947 in Opladen) ist ein deutscher Wissenschaftstheoretiker und Philosoph. Seit 2008 hat er den Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München (TUM) inne. Seit 2012 ist er Gründungsdirektor des Munich Center for Technology in Society (MCTS) an der Technischen Universität München. Klaus Mainzer beschäftigt sich mit Komplexen Systemen, Künstlicher Intelligenz und den Paradigmen von Selbstorganisation. Neben deren mathematischen Modellierung zählen Logik, Erkenntnistheorie und Kognitionswissenschaft sowie die Philosophie der Mathematik und Informatik, der Natur-, Technik- und Kulturwissenschaften zu seinen Schwerpunkten.

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»Welt in Balance« [1:24:23]

2016/01/19 posted by cmeier

Wirtschaftskrisen, die wachsende Weltbevölkerung und der sich verschärfende Klimawandel erschüttern das Bild einer Welt, die sich über Bildung, Forschung und eine sozialorientierte Ausrichtung der wirtschaftlichen Entwicklung in eine Zukunft verwandelt, die für alle Menschen lebenswert erscheint. Es stellt sich die Frage, ob wir künftig ein Zweiklassensystem etablieren oder noch eine Chance auf eine Welt in Balance haben. Tim Pritlove spricht mit Franz Josef Radermacher (*1950 in Aachen), Leiter des Forschungsinstituts für Anwendungsorientierte Wissensforschung (FAW), im Rahmen des Podcasts "Forschergeist" vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. Prof. Radermacher hat sich im Kontext Wirtschaft und Informatik früh mit der Erforschung der Rahmenbedingungen beschäftigt und durch sein Engagement im Club of Rome für eine stabile, prosperierende Entwicklung der Menschheit eingesetzt.

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Karl Marx: Reproduktion und Aufhebung der kapitalistischen Gesellschaft

2016/01/04 posted by cmeier

Prof. em. Dr. Wolfgang Eßbach (*1944 in Brunndöbra, Vogtland) vom Institut für Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gibt in der Vorlesung "Karl Marx und die Frage nach der Gesellschaft" (2004/05) eine Übersicht zu den Wandlungen des Marx-Verständnisses ausgehend vom Erfahrungshorizont des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Es werden die junghegelianischen Debatten um Kritik und Gesellschaft, die Kategorien Eigentum und Arbeitsteilung sowie die Bedeutung von Arbeit, Kraft, Wert von Hegel zu Nietzsche behandelt.

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Die Moderne

2016/01/03 posted by cmeier

Prof. em. Dr. Wolfgang Eßbach (*1944 in Brunndöbra, Vogtland) vom Institut für Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gibt in der Vorlesung "Ungeliebte Moderne. Theoretischer Radikalismus im 20. Jahrhundert" (2009) eine Übersicht zur Erfahrung, Diagnostik und Verarbeitung von Modernität, die in der Zeit von 1900 bis 1945 ausgebildet wurden. Er behandelt dabei u.a. die Radikalisierung der Krieger- und Prophetenfunktion (Heer und Kirche zur Organisation der Massen) anhand von Ernst Jünger und Ernst Bloch sowie die Radikalisierung der Formfrage und des Entscheidungsproblems (zwischen totaler Linker oder totaler Rechter) anhand von Georg Lukács und Carl Schmitt – jeweils als "feindliche Brüder im Geiste".

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Die Ohnmacht der Macht

2016/01/03 posted by cmeier

»Man tut immer das, was man will – auch wenn man behauptet, dass man eigentlich gegen den eigenen Willen handelt. Man wünscht sich dann die Folgen, die sich aus den eigenen Handlungen ergeben, auch wenn man vielleicht im Moment nicht mag, was man gerade tut.« Humberto R. Maturana (*1928 in Santiago de Chile), chilenischer Biologe und Philosoph mit dem Schwerpunkt Neurobiologie, berichtet von seiner Begegnung mit Pinochet – eine Auseinandersetzung mit der eigenen Verführbarkeit und eine brisante Theorie der Macht. Heinz von Foerster und Niklas Luhmann wurden unter anderem stark durch Maturanas Theorien beeinflusst. Auszug aus Humberto R. Maturana, Bernhard Pörksen: Vom Sein zum Tun. Die Ursprünge der Biologie des Erkennens, Carl-Auer Verlag, Heidelberg (2002)

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»Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners«

2016/01/03 posted by cmeier

Oder »Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen«. Wenn Heinz von Foerster davon spricht, dass Wirklichkeit "er-funden", "er-rechnet" und "er-kannt" wird, geht es nicht um passive Reproduktion des Vorhandenen, sondern stets um schöpferische und lebendige Vorgänge: Es wird etwas erzeugt, es wird etwas erfunden – und nicht (vor)gefunden, nicht entdeckt. Die Sehnsucht nach der Sicherheit des Absoluten, die Halt geben soll, ist gefährlich. Einem Menschen wird so die Verantwortung für seine Sicht der Dinge genommen. Die Eigenverantwortung und Individualität des Einzelnen sollte aber betont werden – er muss in die Lage versetzt werden, auf eigenen Füßen zu stehen und seinen persönlichen Anschauungen zu vertrauen. Die Welt als eine Erfindung aufzufassen, bedeutet, sich als ihren Erzeuger zu begreifen – so entsteht Verantwortung für ihre Existenz.

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Second-order cybernetics or the generation of "order-from-noise"

2015/12/28 posted by cmeier

Kybernetik zweiter Ordnung bezeichnet eine progressive intellektuelle Bewegung in Kybernetik und Systemforschung, die auf Heinz von Foerster zurückgeht. Er leitet aus der Erzeugung subjektiver Realitäten im Nervensystem eine Theorie ab, die in ihrer extremen Form als Beobachtung der Beobachtung (Beobachtung zweiter Ordnung) den Begriff einer objektiven Realität eliminiert und stattdessen den "Eigenwert" des kognitiven Systems als Ergebnis von Rekursionsprozessen beschreibt. Zumindest aber müsse der Beobachter eines Systems, sofern als Teil dessen aufgefasst, in die Beschreibung und Erklärung des Systems mit einbezogen werden. Niklas Luhmann hat das rekursive Prinzip der Beobachtung der Beobachtung im Bereich der soziologischen Systemtheorie angewendet.

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Vorlesung 14 [42:36]: Leib, Seele, Geist

2015/12/26 posted by cmeier

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Soziokulturelle Evolution

2015/12/25 posted by cmeier

Prof. em. Dr. Wolfgang Eßbach (*1944 in Brunndöbra, Vogtland) vom Institut für Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gibt in der Vorlesung "Menschenbilder. Problemgeschichte der Anthropologie" (2012/13) eine Übersicht über die verstreuten und in disparate Fächer eingelagerten Wissensbestände von anthropologischer Relevanz. Es werden folgende Thematiken überblicksartig behandelt: Theologisch-politische und politisch-anthropologische Lehren von der "Natur des Menschen", Theorien zum Verhältnis von Evolution und Geschichte und Wissensgeschichte der Auffassungen des Zusammenhangs von Körperleib, Leibseele, Hirn und Geist. U.a. mit folgenden Sitzungen:

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Histography

2015/12/08 posted by cmeier

“Histography" is interactive timeline that spans across 14 billion years of history, from the Big Bang to 2015. The site draws historical events from Wikipedia and self-updates daily with new recorded events. The interface allows for users to view between decades to millions of years. The viewer can choose to watch a variety of events which have happened in a particular period or to target a specific event in time. For example you can look at the past century within the categories of war and inventions.

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Sind wir im Krieg? [58:30]

2015/11/29 posted by cmeier

Herfried Münkler in der SRF-Gesprächsreihe "Sternstunde Philosophie": Natürlich ist Krieg. In vielen Ländern dieser Welt toben blutige Bürgerkriege. Doch stimmt es, dass sich Frankreich, dass sich der Westen im Krieg befindet? Terrorismus-Debatte in der Süddeutschen Zeitung (11/2015): "Im Zwischenzustand" Interview mit Herfried Münkler und "Genug geschlafen" von Stefan Weidner. Außerdem Pankaj Mishra mit dem Beitrag "Westgeist": »[...] Wir brauchen dringend echte Auseinandersetzungen und frische Denkansätze – die Tradition der Selbstkritik, mit der sich der Westen einst ja wirklich unterschied und aufklärte. Solange eifrige Konformisten und Karrieristen in der öffentlichen Debatte den Ton angeben, wird endloser Krieg die Standardannahme bleiben. [...]«

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Mobilität und Geschwindigkeit [28:39]

2015/11/25 posted by cmeier

»Es heißt, wir leben heute im Mobilitätszeitalter. Das ist ein absoluter Irrtum. Die Menschen waren immer genauso mobil wie wir, nur haben sie früher nicht so lange Wege zurück gelegt. Das ist der wesentliche Unterschied. An der Zahl der Wege pro Person und Tag hat sich nichts geändert – es wurde die Geschwindigkeit erhöht. Wenn ein System die Geschwindigkeiten erhöht, entfernen sich auch die Ziele und Quellen voneinander. Das heißt, zugenommen hat nicht die Zahl der Wege, sondern zugenommen hat der Mobilitätsaufwand. [...] Ein System, das einen höheren Mobilitätsaufwand für die gleichen Zwecke verwendet, ist ein schlecht organisiertes System. [...] Schnelle Systeme sind ein Machtinstrument: sie zentralisieren die Macht. [...] Wenn wir die Geschwindigkeit aus dem System herausnehmen, entstehen wieder zwangsläufig kleine Strukturen. Wir müssen dann in der Nähe die Probleme lösen und sie nicht irgendwohin wegschieben – dazu werden qualifizierte Politiker, Fachleute und Menschen benötigt, die überblicken, was passiert. [...] Intelligente Elektromobilität ist geistige Mobilität.« Hermann Knoflacher (*1940 in Villach, Kärnten) ist Professor emeritus am Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Technischen Universität Wien und spricht in der SWR2 Aula über Aspekte von Mobilität und Geschwindigkeit (2013).

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Mapping the Republic of Letters

2015/11/24 posted by cmeier

Bis in das 18. Jh. gehörten zur Res publica literaria alle, die in wissenschaftlichem Austausch miteinander standen. Das wichtigste Medium war die briefliche Korrespondenz zwischen den Mitgliedern und der ausgedehnte Reiseverkehr. Der Begriff war von der Vorstellung getragen, dass im Bereich der Wissenschaften weder Standesunterschiede noch Nationalität von Bedeutung waren. Während in Europa Monarchien herrschten, bildeten die Gelehrten eine Republik.

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Soziopod #031: Demokratie [2:05:20]

2015/11/24 posted by cmeier

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Soziopod #041: Menschenrechte [1:59:58]

2015/11/24 posted by cmeier

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Staatsgrenzen und die militärische Schutzfunktion

2015/11/11 posted by cmeier

Vortrag von Herfried Münkler (2015)

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Was ist ein Volk?

2015/11/11 posted by cmeier

Vortrag von Werner J. Patzelt (2015)

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Grenzen in Zeiten der Entgrenzung

2015/11/07 posted by cmeier

»Die Geschichte Europas ist gekennzeichnet von Grenzverschiebungen, von Kriegen um Vorherrschaft und Territorien. Doch scheint der fest umgrenzte Territorialstaat ein inzwischen überholtes Modell zu sein. Die Internationalisierung der Politik, die Globalisierung der Handels- und Finanzströme oder politische Systemumbrüche stellen unser grundlegendes Verständnis von Grenzen im Zeitalter der Digitalisierung in Frage. Die schwindende Bedeutung territorialer Grenzen berührt die Verfasstheit der Staaten selbst. Zum einen lassen sie sich nicht mehr in gleicher Weise sichern, wie dies bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts selbstverständlich war. Zum anderen hat das Gefühl der "Entgrenzung" Auswirkungen auf die sozialen und kulturellen Aspekte unseres Zusammenlebens. Da sich Identität in der Erfahrung des Anderen ausbildet, konstituiert sich auch die Identität von Nationen aus der Wahrnehmung eines Gegenübers. Es verändern sich also nicht nur die geografischen und politischen Verhältnisse, sondern auch Einstellungen, Vorstellungen und Weltbilder. Wie gehen wir damit um?« Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete in Kooperation mit der TU Dresden vom 20.10.2015 bis 26.1.2016 die Vortragsreihe "Grenzen in Zeiten der Entgrenzung", um die vielfältigen Dimensionen mit namhaften Referenten und anschließender gemeinsamer Diskussion zu erschließen. U.a. mit folgenden Themen:

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Fokus Europa

2015/11/07 posted by cmeier

Fokus Europa ist ein Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung über Politik, Kultur und die Gemeinschaft in Europa. Moderation: Tim Pritlove. U.a. mit folgenden Sendungen: Geschichte der Europäischen Einigung [1:24:56] Vom Ersten Weltkrieg zur neuen europäischen Ordnung (2014) Die Europäische Union [1:48:02] Entstehung, Struktur und Beziehungen zum Bündnis (2014) Festung Europa [1:30:46] Flüchtlingssituation an den Grenzen und EU-Migrationspolitik (2014)

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Die Genese Europas [2:42:19]

2015/11/07 posted by cmeier

Der Hörfunkmoderator Holger Klein spricht mit dem Historiker Matthias von Hellfeld über Griechenland, das Römische Reich, den Untergang Roms und Karl den Großen, die Rolle der Kirche im Mittelalter, den Dreißigjährigen Krieg, die Entstehung Deutschlands als Staat und das moderne Europa.

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Das "lange" 19. Jahrhundert [1:29:17]

2015/11/07 posted by cmeier

In diesem Gespräch geht es um die ungeheuren Dynamik, mit der das bürgerliche Zeitalter in die Geschichte Europas trat. Stichwörter sind: Revolutionen, Säkularisierung, Romantik, Biedermeier, Industrialisierung, Kolonialismus, wissenschaftlich-technischer Fortschritt, Nation, Nationalstaat und Demokratiebewegung. Die gewaltigen gesellschaftlichen Umwälzungen dieser Epoche relativieren den – oftmals als anstrengend empfundenen – permanenten Wandel unserer Gegenwart im 21. Jh.

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Soziopod #019: Konstruktivismus [1:58:23]

2015/10/09 posted by cmeier

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»Was ist die Realität, wo haben Sie die?« [10:02]

2015/10/09 posted by cmeier

Interview mit Heinz von Foerster (1911-2002) in Das Netz (2004)

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Teaching and radical constructivism [9:59]

2015/10/09 posted by cmeier

Conversations with Ernst von Glasersfeld (1917-2010) Part II (2005)

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Interviews in 1973 and 1989 [42:11]

2015/10/09 posted by cmeier

About Luhmann's thinking concerning systems theory perspective and the ecological debate

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»Demokratie — Aspekte zur Entwicklung und Struktur«

2015/10/09 posted by cmeier

»Die Ironie der Geschichte des Demokratiebegriffs besteht darin, dass eigentlich von der Demokratie nicht die Rede war, als es darum ging, die moderne Demokratie zu etablieren. Vielmehr war, in Frankreich genauso wie in Nordamerika oder in Deutschland, von Republik die Rede, wenn die neue Form der repräsentativen Demokratie gemeint war (im Gegensatz zur antiken Form der unmittelbaren Demokratie). [...] Die Demokratie entwickelte sich zum Gegenbegriff der absolutistischen-feudalen Herrschaftsordnung, zum Kampfbegriff gegen die alten Mächte. Die Kräfte des Fortschritts nannten sich, im Unterschied zu den Anhängern des monarchischen Systems, demokratisch. Zugleich schien der Begriff Demokratie eine unaufhaltsame, zielgerichtete Bewegung einzufangen. [...] Zuvor aber war der Begriff Republik der Orientierungsrahmen, in dem sich die Diskussionen um die unterschiedlichen Formen der Demokratie abspielten. Noch wirkte Aristoteles' kritische Auffassung nach, dass Demokratie als Volksherrschaft auch "Pöbelherrschaft" bedeuten konnte und damit nur eine andere Form tyrannischer Herrschaft sei (zwar nicht eines Einzelnen, sondern einer Mehrheit). Auch die amerikanischen und französischen Revolutionäre waren keineswegs sicher, ob eine politische Ordnung gut und gerecht, vor allem aber stabil bleiben konnte, wenn eine Mehrheit (sprich das gesamte Volk) herrscht. [...] Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 1949 wurde der Anti-Parteienaffekt der Weimarer Republik zu überwinden versucht – was indes geradewegs in das problematische Gegenteil, den Parteienstaat, führen sollte. Die Transformation der Demokratie in die Parteiendemokratie bedeutete zudem die Politisierung der sozialen Frage. Parteien bilden generell soziale, gesellschaftliche Konfliktlagen auf der Ebene des politischen Systems ab. [...] Demokratie ist zwar ein geschätzter und zumindest rhetorisch anerkannter Wert – von einer universalen Gültigkeit demokratischer Prinzipien und Praktiken kann jedoch keine Rede sein. Aber gibt es einen Weg zur globalen Demokratie? Lässt sich die Demokratie als Regierungs- und Lebensform auf der Ebene eines Weltstaates einrichten? Folgt der Globalisierung die globale Demokratie? Realistische Skepsis scheint hier angezeigt zu sein: Demokratien sind auf kleinem Raum entstanden, sie haben sich auf große Flächenstaaten ausdehnen lassen, aber ob sie auch über die den Nationalstaat hinauswachsen können, das ist die entscheidende Frage. Wo sich die ökonomische, technologische und kommunikative Globalisierung kaum noch an die mehr oder minder künstlichen Grenzen von Staaten hält und damit auch die Probleme und der politische Regelungsbedarf in den überstaatlichen Bereich hineinwachsen, da scheint auch die Demokratie in die Großräumigkeit nachziehen zu müssen. [...] Grenzenloser Optimismus, der den demokratischen Fortschritt in einer globalen Zivilgesellschaft aufgehoben sieht, scheint genauso fehlzugehen wie ein defensiver demokratischer Protektionismus, der glaubt, die Handlungsräume demokratischer Politik durch eine Begrenzung der Globalisierung wiedergewinnen zu können.« [S. 49/50, 84, 119, 125] entnommen aus Hans Vorländer: Demokratie — Geschichte, Formen, Theorien Copyright © 2003, Verlag C. H. Beck, München Siehe auch Demokratie. Informationen zur politischen Bildung (Heft 332) Autor: Hans Vorländer, Seiten: 84, Erscheinungsdatum: Mai 2017, Erscheinungsort: Bonn

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»Ist Demokratie möglich?« [13:19]

2015/07/08 posted by cmeier

Demokratie herrscht überall dort, wo die Mehrheit entscheidet! Dieser Definition dürfte fast jeder zustimmen. Falsch, sagt der Philosoph und Professor für Politische Theorie Julian-Nida Rümelin und erklärt warum. »Die Demokratie fordert tatsächlich von allen Bürgerinnen und Bürgern, dass sie mit einer Haltung, die irgendwo zwischen Akzeptanz, Toleranz und Zähneknirschen liegt, hinnehmen, dass andere ganz anderer Meinung sind. Ist das so schlimm, wie es klingt? Nein. Denn wer in demokratischen Gesellschaften lebt, lernt dort von allein, mit der Erfahrung von Differenz zurechtzukommen. Er weiß auch: Manche letzte Grenzen werden durch das Recht geschützt. [...] Fundamentalismus und Dogmatismus haben keinen Platz in der Demokratie. Wer auf die Frage nach dem Volk, nach dem demos, mit einem bestimmten ethnos antwortet, verfehlt die Offenheit der Demokratie.« (Martin Saar, Professor für Politische Theorie an der Universität Leipzig im Interview in DER ZEIT vom 3.9.2015)

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»Transformationsdesign« [41:05]

2015/07/08 posted by cmeier

Vortrag bei der GLOBArt Academy (2013)

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SWR2 Aula: Wie unsere Turbogesellschaft tickt [28:33]

2015/07/08 posted by cmeier

Wir wollen es in der modernen Gesellschaft immer schneller, besser, effizienter. Wir wollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Wissen aufnehmen, möglichst viel kommunizieren, möglichst viel im Job erledigen, möglichst viel entspannen. (2015)

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SWR2 Aula: Auswege aus der Beschleunigungsgesellschaft [27:12]

2015/07/08 posted by cmeier

Resonanz kann ein Ausweg sein aus der Steigerungslogik der Moderne, die sich das Immer-Mehr, Immer-Schneller und Immer-Besser auf die Fahnen geschrieben hat. Sie befreit aus falschen, weil oberflächlichen Welt- und Selbstzusammenhängen, sie konterkariert unsere permanenten Zerstreuungsmodi durch eine neue Aufmerksamkeit und kontemplative Sinnhaftigkeit. (2016)

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Die Grenzen des Wachstums

2015/07/08 posted by cmeier

THE LIMITS OF GROWTH: Already Beyond? – 40 Years Limits to Growth by the Club of Rome (2012)

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»Das geschmeidige Gedächtnis – Wie wir unsere Erinnerung formen«

2015/07/08 posted by cmeier

Vortrag im Rahmen der Ausstellung IMAGES OF THE MIND des Deutschen Hygiene-Museums Dresden (2011)

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Hartmut Rosa

2015/07/08 posted by cmeier

Hartmut Rosa (*1965 in Lörrach) ist ein deutscher Soziologe und Politikwissenschaftler, der an der Friedrich-Schiller-Universität Jena lehrt und dem Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt als Direktor vorsteht. Ein Forschungsschwerpunkt von Rosa sind Untersuchungen zur Zeitsoziologie. Demnach ist die Geschichte der Moderne gleichzeitig die Geschichte von Beschleunigung – dabei kommt es aber zu keinem Zeitgewinn sondern zu einer Zeitnot. Für das Individuum bestehen keine Steuerungsmöglichkeiten mehr, da sich das Tempo der Beschleunigung verselbständigt habe.

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Byung-Chul Han

2015/07/08 posted by cmeier

Byung-Chul Han (*1959 in Seoul, Südkorea) ist Autor und Essayist sowie Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Philosophie ab dem 18. Jahrhundert im Allgemeinen, die Ethik, die Phänomenologie, die Ästhetik sowie die Sozial-, Kultur-, Religions- und Medienphilosophie. In seiner aktuellen Forschung befasst sich Byung-Chul Han mit transparentem Verhalten. Er befürchtet einen sozialen Druck zur freiwilligen Offenlegung intimer Details, der ihm zufolge ein totalitäres System der Offenheit zu Lasten anderer Werte wie der Vertraulichkeit und des Vertrauens erzeuge.

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Harald Welzer

2015/07/08 posted by cmeier

Harald Welzer (*1958 in Bissendorf bei Hannover) ist ein deutscher Soziologe und Sozialpsychologe. Die Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind Erinnerung, Gruppengewalt und kulturwissenschaftliche Klimafolgenforschung. Er war Professor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke und kündigte 2011 diese Verbeamtung auf, um ein fachliches und politisches Zeichen für die gemeinnützige Stiftung "Futurzwei" zu setzen, deren Mitbegründer und Direktor er ist. Seit Juli 2012 ist Harald Welzer Honorarprofessor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg, wo er das Norbert Elias Center for Transformation Design & Research leitet.

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Talcott Parsons

2015/06/23 posted by cmeier

Talcott Parsons (December 13, 1902 – May 8, 1979) was an American sociologist who served on the faculty of Harvard University from 1927 to 1973. Parsons developed a general theory for the study of society called action theory, based on the methodological principle of voluntarism and the epistemological principle of analytical realism. Although he was generally considered a major structuralist functionalist scholar. In an article late in life, Parsons explicitly wrote that the term "functional" or "structural functionalist" were inappropriate ways to describe the character of his theory – neither term was a name for any specific school but for universal methods.

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Immanuel Wallerstein

2015/06/23 posted by cmeier

Immanuel Wallerstein (born September 28, 1930) is an American sociologist and historical social scientist, arguably best known for his development of a general approach in sociology. Professor Wallerstein is Senior Research Scholar at Yale University. He received his PhD from Columbia University in 1959 and is the former President of the International Sociological Association (1994-1998), and chair of the international Gulbenkian Commission on the Restructuring of the Social Sciences (1993-1995).

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Notizen zu den Vorträgen

2015/06/23 posted by cmeier

von Stefan Weidner, Pankaj Mishra, Carlo Strenger und Volker Perthes (2015)

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Critical theory of the Frankfurt School

2015/06/23 posted by cmeier

Critical theory is a school of thought that stresses the reflective assessment and critique of society and culture by applying knowledge from the social sciences and the humanities. As a term, critical theory has two meanings with different origins and histories: the first originated in sociology and the second originated in literary criticism, whereby it is used and applied as an umbrella term that can describe a theory founded upon critique; thus, the theorist Max Horkheimer (February 14, 1895 – July 7, 1973) described a theory as critical as far as it seeks "to liberate human beings from the circumstances that enslave them". In sociology and political philosophy, the term critical theory describes the philosophy of the Frankfurt School, which was developed in Germany in the 1930s.

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Society is the most encompassing social system

2015/06/23 posted by cmeier

"Soziale Systeme bestehen aus Kommunikation und aus deren Zurechnung als Handlung. Sie sind dynamisch und bestehen nicht aus Dingen, sondern aus Operationen. Man muss Bewusstseinssysteme (psychische Systeme) und kommunikative Systeme (soziale Systeme) streng unterscheiden."

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Social systems are systems of communication

2015/06/23 posted by cmeier

"Kommunikation ist die Operation, durch die soziale Systeme sich autopoietisch selbst herstellen und erhalten. Sobald der Kommunikationsfluss abreißt, hört das soziale System auf zu existieren."

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World systems analysis

2015/06/23 posted by cmeier

Dr. Tino Heim (2015)
Im Rahmen der Ringvorlesung "Soziologische Theorien II" am Institut für Soziologie

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Luhmann's systems theory

2015/06/23 posted by cmeier

Niklas Luhmann (December 8, 1927 – November 6, 1998) was a German sociologist, and a prominent thinker in systems theory. In 1961, he went to Harvard, where he met and studied under Talcott Parsons, then the world's most influential social systems theorist. In later years, Luhmann dismissed Parsons' theory, developing a rival approach of his own. In 1968 he was appointed full professor of sociology at the newly founded University of Bielefeld, Germany (until 1993). He continued to publish after his retirement his magnum opus "The Society of Society" (Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997). Luhmann is increasingly recognized as one of the most important social theorists of the 20th century.

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Kultur und Politik in Zeiten der Ungewissheit

2015/06/22 posted by cmeier

»Unsere Gegenwart ist von tiefgreifenden Verunsicherungen geprägt. Gesichert geglaubte Weltbilder, Wertvorstellungen und tradierte Wissensordnungen wurden erschüttert, und die Euphorie der Jahre 1989/90 ist verflogen. Das gilt für den vermeintlichen Siegeszug der Demokratie ebenso wie für die bisherige Selbstwahrnehmung des "Westens" als Impulsgeber für Fortschritt und Entwicklung. Hinzu kommen geopolitische Krisen, die das Empfinden von unkontrollierbaren Veränderungen verstärken.« In der Ringvorlesung "Kultur und Politik in Zeiten der Ungewissheit" vom 19.5.2015 bis 7.7.2015 bezogen führende Wissenschaftler und Intellektuelle zu den großen Fragen unserer Zeit Stellung und zeigten neue Wege zum Umgang mit Ungewissheit auf.

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Die Entdeckung der Gesellschaft / Die Moderne und ihre Diagnosen

2015/06/22 posted by cmeier

Prof. Dr. Dominik Schrage Lehrstuhl für Soziologische Theorien und Kultursoziologie

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»Demokratie? — Eine Debatte«

2015/06/22 posted by cmeier

Es herrscht die allgemeine Vorstellung, dass die Demokraten, Menschen des Westens, einer besseren Welt angehören während der Rest in einer anderen Welt lebt, die in ihrer Andersheit keine Welt im eigentlichen Sinne ist: Es handelt sich, genau besehen, um eine Zone für Krieg, Terror, Elend und Chimären. In dieser Art "Welt" oder Zone verbringt man seine Zeit damit, seine Siebensachen zu packen, um dem Grauen zu entfliehen, um zu den Demokraten zu kommen. Diese haben es sich allerdings unter ihrem Wahrzeichen bequem gemacht. Welcher Raum und welche Ordnung machen die Demokratie zur Demokratie – u.a. Giorgio Agamben, Alain Badiou und Wendy Brown liefern hierzu Beiträge.

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Wolfgang Streeck: »Gekaufte Zeit – Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus« / Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2012

2015/06/22 posted by cmeier

Wolfgang Streeck (*1946 in Lengerich, Westfalen) ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln sowie Professor für Soziologie an der Universität zu Köln. Zuvor war er, nach Stationen in Frankfurt/M., New York, Münster und Berlin, Professor für Soziologie und Industrielle Beziehungen an der Universität von Wisconsin in Madison. Wolfgang Streeck ist u. a. Honorary Fellow der Society for the Advancement of Socio-Economics sowie Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Academia Europaea. Der demokratische Kapitalismus steckt in einer Krise, die uns in Atem hält und zugleich ein diffuses Gefühl der Ratlosigkeit erzeugt. Auf schier unüberschaubare Problemlagen folgen Maßnahmen, die wie Notoperationen am offenen Herzen der westlichen Welt wirken – durchgeführt ohne Kenntnis der Krankengeschichte. So ernst die Lage ist, so wenig scheinen wir zu verstehen, was genau vor sich geht, wie es dazu kommen konnte und wohin es führen könnte. Der gegenwärtigen Situation liegt etwas zugrunde, das uns tief beunruhigen sollte: die Transformation des Verhältnisses von Demokratie und Kapitalismus.

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»Disappearance of the Middle-Class« by Randall Collins

2015/06/22 posted by cmeier

Randall Collins, Ph.D. (*1941 in Knoxville, Tennessee) is an American sociologist who is a Sociology professor at the University of Pennsylvania as well as a member of the Advisory Editors Council of the Social Evolution & History journal. He is a leading contemporary social theorist whose areas of expertise include the macro-historical sociology of political and economic change; micro-sociology, including face-to-face interaction; and the sociology of intellectuals and social conflict. He is considered to be one of the leading non-Marxist conflict theorists in the United States. The political and economic structures of contemporary capitalism could simply lose their momentum considering the rising costs and social constraints. Structurally, this could mean that the world is divided into defensive, inward repressive and xenophobic blocks. Recovery of a social order in such extreme conflict situations could remember fascism – but also include the possibility of a much broader democracy.

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Robert Menasse: »Der Europäische Landbote« – Die Wut der Bürger und der Friede Europas oder Warum die geschenkte Demokratie einer erkämpften weichen muss

2015/06/22 posted by cmeier

Robert Menasse (*1954 in Wien) studierte in seiner Heimatstadt sowie in Salzburg und Messina Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft. Er lebt als Romancier und Essayist zumeist in Wien. 2010 reiste er nach Brüssel und erlebte eine Überraschung nach der anderen: offene Türen und kompetente Informationen, eine schlanke Bürokratie, hochqualifizierte Beamte und funktionale Hierarchien. Kaum eines der verbreiteten Klischees vom verknöcherten Eurokraten trifft zu. Ganz im Gegenteil, es sind die nationalen Regierungen, die die Idee eines gemeinsamen Europa kurzsichtigen populistischen Winkelzügen unterordnen. Damit werden sie zu Auslösern schwerer politischer und wirtschaftlicher Krisen in der EU. Menasse fordert »die Erfindung einer neuen, einer nachnationalen Demokratie«.

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Peter Trawny: »Europa und die Revolution«

2015/06/22 posted by cmeier

Peter Trawny (*1964 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer an der Bergischen Universität Wuppertal. In seinen letzten Arbeiten widmet sich Trawny der Ausarbeitung eines philosophischen Verständnis von Globalisierung und Kosmopolitismus. Trawny versucht die Globalisierung aus ihrem Spannungsverhältnis zu den Medien zu interpretieren und kommt so zu einer Bestimmung des Mediums als »die immaterielle Einheit von Technik und Kapital« – Fragen der Politischen Philosophie verflechten sich so mit jenen der Technik- und Medienphilosophie. Trawnys Essay behandelt eines der größten politischen Projekte der Welt: Europa – Was konstituiert es? Wo liegt die Zukunft? Ist ein anderes Europa denkbar?

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Auf den Spuren der Problemtransformation (1): Ein naturwissenschaftlicher Ansatz

2015/06/22 posted by cmeier

Um Struktur und Arbeitsweise von Netzwerken zu erfassen, ist die physikalische Theorie der Quantenmechanik geeignet. Dabei kann der menschliche Wunsch nach streng kausaler Abfolge von Ereignissen und Zuständen nicht aufrecht erhalten werden. Exakte Vorhersagen sind nicht gleichzeitig für alle Auswirkungen möglich. Je klarer einzelne Aspekte bestimmt werden, desto undeutlicher werden die Zusammenhänge – und umgekehrt.

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Auf den Spuren der Problemtransformation (2): Ein philosophischer Ansatz

2015/06/22 posted by cmeier

Für routine- und nicht-routinemäßige Aufgaben sind jeweils eigene Denkstrukturen notwendig. Wenn man diese Unterschiede erkennt und die entsprechende Verarbeitung zulässt, können die notwendigen Fragestellungen angemessen formuliert werden. Ansonsten werden weiterhin nur begrenzte Antworten möglich sein – der unbekannte Rest bleibt verborgen.

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Auf den Spuren der Problemtransformation (3): Ein soziologischer Ansatz

2015/06/22 posted by cmeier

Die Grundlagen unserer Existenz haben sich aus naturwissenschaftlicher Sicht als äußerst bewegliches Netzwerk flüchtiger Beziehungen herausgestellt. Aktuell ist unklar, wie aus dieser immateriellen Mikroebene scheinbar stabile Zusammenhänge in der Alltagswelt entstehen. Die Suche nach einer Lösung für dieses Rätsel wird möglicherweise auch bei Formulierung und Bearbeitung gesellschaftlicher Fragestellungen helfen. Dass gegenwärtige Weltbilder nicht mehr tragfähig sind, ist erkannt – es fehlen aber noch neue.

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Politisches Denken und Einführung in die Theorie der Politik

2015/06/22 posted by cmeier

Prof. Dr. Hans Vorländer Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte

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Das Politische System der BRD

2015/06/22 posted by cmeier

Prof. Dr. Werner J. Patzelt Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich

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Hans van der Loo & Willem van Reijen: »Paradoxen van modernisering. Een sociaalwetenschappelijke benadering«

2015/06/22 posted by cmeier

Modernisierungsphänomene lassen sich nicht auf einseitige Art und Weise betrachten – es gibt vielfach kein Entweder-Oder, sondern meistens ein Sowohl-Als-auch. Somit sind oft unerwartete Entwicklungen und komplexe Veränderungsprozessen zu beobachten. Um dagegen theoretisch gewappnet zu sein, muss man sich die verschiedenen Dimensionen und Paradoxe der Modernisierung ständig vergegenwärtigen. Seit dem Spätmittelalter vollzogen sich in Europa eine Reihe von fundamentalen Veränderungen, welche zu neuen Denk- und Handlungsweisen führten.

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»Einführung in den Konstruktivismus«

2015/06/22 posted by cmeier

»Der radikale Konstruktivismus will eine Theorie des Wissens sein – und nicht des Seins. Es geht also um das Phänomen des "Anderen" in der subjektiven Erlebniswelt – nicht um seinen ontologischen Status als "Ding-an-sich". Da Wissen für den Konstruktivsten nie Bild oder Widerspiegelung der ontischen Welt darstellt, sondern stets nur einen möglichen Weg, um zwischen den "Gegenständen" durchzukommen, schließt das Finden eines befriedigenden Wegs nie aus, dass da andere befriedigende Wege gefunden werden können. Darum kann, vom konstruktivistischen Gesichtspunkt aus, auch nie ein bestimmter gangbarer Weg, eine bestimmte Lösung eines Problems oder eine bestimmte Vorstellung von einem Sachverhalt als die objektiv richtige oder wahre bezeichnet werden. Der Irrtum, in dem wir alle versponnen sind, ist aber die Annahme, dass eine einigermaßen passende Wirklichkeitskonstruktion die Gewissheit gäbe, die Welt sei "wirklich" so und endgültige Gewissheit und Sicherheit sei damit erreicht. Die möglichen Folgen dieses Irrtums sind schwerwiegend: Sie verleiten uns dazu, alle anderen Wirklichkeitskonstruktionen für falsch erklären (und womöglich zu bekämpfen), und sie machen es uns unmöglich, Alternativwirklichkeiten auch nur in Betracht zu ziehen, wenn unser Weltbild anachronistisch wird und daher immer weniger passt. Der Konstruktivismus lädt ein, so zu handeln, so zu denken, dass eine Welt, die man sich vorstellt, existieren könnte. Das Gelangweilte liegt an dem Menschen, der gelangweilt ist, nicht an der Situation. Von großer Bedeutung ist die Möglichkeit, dass der Konstruktivismus eines Tages die Brücke zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften schlagen könnte.« (Ernst von Glasersfeld & Paul Watzlawick)

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»Teil der Welt«

2015/06/22 posted by cmeier

»Objectivity is a subject's delusion that observing can be done without him (Objektivität ist die Wahnvorstellung eines Subjekts, dass es beobachten könnte ohne sich selbst). Es sind nur die prinzipiell unentscheidbaren Fragen, die man entscheiden kann. — Warum? Ganz einfach: alle entscheidbaren Fragen sind ja schon vorentschieden, denn sie sind in einem Bereich gefragt worden, für den die Spielregeln bereits bestimmt sind. Weil bspw. die Frage, wie die Welt entstanden ist, prinzipiell unbeantwortbar ist, kannst du sie nur innerhalb eines kulturellen Rahmens beantworten. Physiker sagen mit dem Urknall; Religionen gehen von einem überirdischen Wesen, einem Gott aus, der die Welt erschaffen hat, etc. Vertrauen zeigt sich, wenn ich nicht zu prüfen brauche, ob das, was ein anderer gesagt hat, der Fall ist oder nicht. Natürlich kannst du jetzt einwenden: "Der Hörer, nicht der Sprecher bestimmt die Bedeutung einer Aussage." Dann übernehme ich eben meine Interpretation dessen, was er jetzt gerade gesagt hat, das heißt das, was ich verstanden habe, das er gesagt hat; vertraue dem anderen. Und ich glaube, wenn man das weiterentwickeln würde, könnte man sagen: Das Problem der Wahrheit verschwindet, wenn man vertraut. Woraus besteht Ordnung? Mein Vorschlag ist: Ordnung kann man dann sehen, wenn die Beschreibung eines Systems kürzer und kürzer wird. Wenn die Beschreibung eines Systems noch sehr lang ist, ist das System nicht geordnet; man muss dann von jedem Element sagen, wo es sich wie befindet.« (Heinz von Foerster)

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»Beschleunigung und Entfremdung«

2015/06/22 posted by cmeier

Hartmut Rosa behauptet, dass moderne Gesellschaften kaum als durch ethische Regeln und Sanktionen eingeschränkt und daher als »frei« verstanden werden können, während sie doch durch weitgehend unsichtbare, entpolitisierte, nicht diskutierte und nicht artikulierte Zeitregime rigoros reguliert, koordiniert und beherrscht werden. Demnach können diese Zeitregime mit Hilfe eines einzigen und vereinheitlichenden Begriffs analysiert werden: der Logik sozialer Beschleunigung. Wenn Beschleunigung das Problem ist – Entschleunigung aber kein Ausweg, sondern Symptom – dann ist Resonanz vielleicht die Lösung. Dies ist die Kernthese des neuen Buches von Hartmut Rosa »Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung«, Suhrkamp Verlag, Berlin (2016). Die Steigerungslogik der Moderne ist demnach sowohl Ursache als auch Folge einer gestörten Weltbeziehung, und zwar auf individueller wie kollektiver Ebene. Denn auch die großen Krisentendenzen der Gegenwartsgesellschaft – Ökokrise, Demokratiekrise, Psychokrise – lassen sich resonanztheoretisch analysieren, wie Rosa in seiner Soziologie der Weltbeziehung zeigen will.

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»Auf der Suche nach einer anderen Zeit«

2015/06/22 posted by cmeier

Byung-Chul Han sieht die Beschleunigung an sich nicht als beunruhigend an. Vielmehr sei es die lediglich additive Zunahme von gegenwärtigen Ereignissen bzw. Erlebnissen. Zwischen diesen Gegenwartspunkten besteht kein sinnvoller Zusammenhang mehr. Die Zeit wird fortgerissen in einer richtungslosen (d.h. sinnlosen) Art und Weise – die Gegenwart scheint dadurch zu schrumpfen. Entschleunigung allein bewirke dabei aber keine Heilung – vielmehr ist sie ein Symptom. Sie verlangsamt nur den Ablauf der Zeit, anstatt diese in eine »andere Zeit« (d.h. als sinnvoll wahrgenommene Zeit) zu verwandeln. Die heutigen digitalen Bilder sind nach Byung-Chul Han ohne Stille. Diese ungestillten Bilder sprechen oder erzählen nicht – sondern lärmen. Bewegte Bilder zeichnen sich zusätzlich durch größtmögliche Ähnlichkeit mit der »realen Realität« aus, sie liefern so eine »Realitätsgarantie« (Schrift weist demgegenüber bspw. eine größtmögliche Differenz zur »Realität« auf). Dieser »Alibi-Realität« der Bilder kann man sich nicht ohne Weiteres entziehen. Bilder lassen keinen direkten Widerspruch zu – man kann ihnen nur indirekt sprachlich wider'sprechen'. Sprache bietet die Möglichkeit zu einer Ja-aber- oder Sowohl-als-auch-Codierung – ein Bild nicht. Bilder sind heute so konstruiert und werden so eingesetzt, dass es nicht mehr möglich ist, die Augen zu schließen. Es findet ein unmittelbarer Kontakt statt, der keine Distanz zum (Nach)Denken zulässt. Denken setzt die Fähigkeit voraus, zu schließen, innezuhalten und zu verweilen. Ein Schluss ergibt sich, wenn der Anfang und das Ende eines Prozesses einen sinnvollen Zusammenhang, eine sinnvolle Einheit bilden – wenn sie ineinander greifen. Darin unterscheidet sich das Denken vom Rechnen. So lässt sich das Denken im Gegensatz zum Rechnen nicht beliebig beschleunigen. Die digitale Kommunikation ist unfähig zum Dialog. Sie wird heute narzisstischer und führt zum Verschwinden des Gegenüber. Die entstehende Sinnentleerung verleitet zu pausenloser und ununterbrochener Kommunikation bis hin zu drastischen oder gar verrohten Formulierungen. Die gefühlte Leere soll damit ausgeblendet und durch noch mehr Kommunikation in der gleichen Zeiteinheit kompensiert werden – d.h. durch schnelle und/oder verkürzte Kommunikationsformen, welche eine reflexhafte Nutzung erlauben und das Ausblenden einer kontextuellen Einordnung hinnehmen. Das ist aber ein aussichtsloses Unterfangen, da sich sinnstiftende Kommunikation einer Beschleunigung generell entzieht.

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